Warum Wachstum kein Zufall ist - 10 Strategien für nachhaltige Skalierung
Magdalena Muttenthaler, Gründerin von JUNE MINDS und Expertin für Wachstum und Skalierung
Wann ist ein Unternehmen bereit zu skalieren? Welche Kennzahlen sind wirklich entscheidend? Und warum scheitern viele Startups nicht in der Gründungsphase, sondern erst beim Wachstum?
Im Businettes Online-Workshop teilte Magdalena Muttenthaler, Gründerin von JUNE MINDS, ihre wichtigsten Erkenntnisse aus der Begleitung zahlreicher Gründerinnen. Dabei wurde schnell deutlich: Nachhaltiges Wachstum entsteht nicht zufällig. Es ist das Ergebnis klarer Prioritäten, fundierter Entscheidungen und der richtigen Strategien.
Hier sind die wichtigsten Learnings aus der Session.
1. Wachstum und Skalierung sind zwei verschiedene Dinge
Die Begriffe werden oft synonym verwendet – tatsächlich beschreiben sie aber unterschiedliche Phasen eines Unternehmens.
Wachstum bedeutet, dass der Umsatz steigt, weil mehr Ressourcen eingesetzt werden – etwa mehr Zeit, mehr Budget oder ein größeres Team.
Skalierung beginnt dagegen erst dann, wenn der Umsatz wächst, ohne dass die eingesetzten Ressourcen im gleichen Verhältnis steigen. Ziel ist es, mit einem ähnlichen Input deutlich mehr Output zu erzielen.
👉 Das Learning: Bevor du neue Maßnahmen umsetzt, solltest du genau wissen, ob dein Unternehmen gerade wachsen oder bereits skalieren soll. Nur so kannst du die richtigen Hebel einsetzen.
2. Kenne deine Zahlen – und nutze sie als Entscheidungsgrundlage
Viele Gründerinnen kennen ihre Umsätze. Wirklich entscheidend ist jedoch zu verstehen, welche Stellschrauben hinter diesen Zahlen liegen.
Magdalena empfiehlt dafür die "One Million Euro Question": Rechne einmal vollständig durch, was nötig wäre, um eine Million Euro Umsatz zu erreichen. Wie viele Kund brauchst du? Welchen Preis? Welche Marketingmaßnahmen? Welche Teamgröße?
Diese Übung macht schnell sichtbar, ob Geschäftsmodell, Preisstrategie und Wachstumsziele tatsächlich zusammenpassen.
👉 Das Learning: Wer sein Unternehmen einmal vollständig durchrechnet, erkennt früh, welche Stellschrauben angepasst werden müssen.
3. Fokussiere dich auf die KPIs, die wirklich zählen
Nicht jede Kennzahl hilft dabei, bessere Entscheidungen zu treffen.
Statt möglichst viele Zahlen zu tracken, empfiehlt Magdalena, sich auf wenige sogenannte Make-or-Break-KPIs zu konzentrieren. Das sind Kennzahlen, die schon vor dem eigentlichen Kauf zeigen, ob sich das Unternehmen auf dem richtigen Weg befindet.
Je nach Geschäftsmodell können das beispielsweise Newsletter-Anmeldungen, Demo-Video-Aufrufe oder andere Aktivitäten sein, die zuverlässig zu späteren Verkäufen führen.
👉 Das Learning: Konzentriere dich auf die wenigen Kennzahlen, die dein Wachstum tatsächlich beeinflussen – und arbeite kontinuierlich daran, sie zu verbessern.
4. Arbeite nicht nur im Unternehmen – sondern auch am Unternehmen
Gerade in der Wachstumsphase verbringen viele Gründerinnen ihren gesamten Tag mit operativen Aufgaben.
Deshalb empfiehlt Magdalena, feste Zeitblöcke ausschließlich für strategische Arbeit einzuplanen. In dieser Zeit geht es nicht um E-Mails oder To-dos, sondern um Fragen wie:
Welche Maßnahmen bringen unser Unternehmen wirklich voran?
Wo entstehen Engpässe?
Welche Prozesse müssen verbessert werden?
Welche Wachstumsziele stehen als Nächstes an?
👉 Das Learning: Wachstum entsteht nicht zwischen Meetings und E-Mails, sondern durch bewusst eingeplante Strategiezeit.
5. Fokus schlägt Aktionismus
Viele Unternehmen probieren ständig neue Maßnahmen aus – verlieren dabei aber den Überblick darüber, was tatsächlich funktioniert.
Magdalena empfiehlt deshalb, alle Aktivitäten in drei Kategorien einzuteilen:
Maßnahmen, die zuverlässig funktionieren
Maßnahmen, die manchmal funktionieren
Maßnahmen, die nicht funktionieren
Erfolgreiche Maßnahmen werden ausgebaut, unsichere systematisch analysiert und erfolglose konsequent beendet.
👉 Das Learning: Mehr Aktivitäten bedeuten nicht automatisch mehr Wachstum. Entscheidend ist, konsequent auf die Maßnahmen zu setzen, die nachweislich Ergebnisse liefern.
6. Schaffe dir eine klare CEO-Kommandozentrale
Wer viele Projekte gleichzeitig steuert, verliert schnell den Fokus.
Ein persönliches CEO-Dashboard hilft dabei, jederzeit den Überblick über die wichtigsten Prioritäten zu behalten. Dazu gehören beispielsweise:
Quartalsziele
aktuelle Prioritäten
wichtigste KPIs
laufende Maßnahmen
So beginnt jeder Arbeitstag mit Klarheit darüber, worauf sich der Fokus richten sollte.
👉 Das Learning: Gute Entscheidungen entstehen nicht durch mehr Aufgaben, sondern durch mehr Übersicht.
7. Verbringe möglichst viel Zeit in deiner "Zone of Genius"
Viele Gründerinnen verbringen einen Großteil ihrer Arbeitszeit mit Aufgaben, die zwar erledigt werden müssen, aber nicht ihre eigentlichen Stärken nutzen.
Magdalena empfiehlt deshalb, rund 70 % der Arbeitszeit in der eigenen "Zone of Genius" zu verbringen – also bei den Aufgaben, in denen man den größten Mehrwert für das Unternehmen schafft.
Alles andere sollte langfristig automatisiert, standardisiert oder delegiert werden.
👉 Das Learning: Je mehr Zeit du in deinen größten Stärken arbeitest, desto schneller kann dein Unternehmen wachsen.
8. Baue ein Unternehmen, das auch ohne dich funktioniert
Ein gesundes Unternehmen sollte nicht dauerhaft von einer einzigen Person abhängig sein.
Mit dem sogenannten "Bahamas-Test" stellt Magdalena deshalb eine einfache Frage:
Was würde passieren, wenn du vier Wochen komplett offline wärst?
Alle Aufgaben, Prozesse oder Entscheidungen, die dann nicht mehr funktionieren würden, zeigen, wo noch Strukturen fehlen.
👉 Das Learning: Gute Prozesse machen Unternehmen unabhängiger – und schaffen gleichzeitig Freiräume für weiteres Wachstum.
9. Kenne deine größten Wachstumsbremsen
Jedes Unternehmen hat Faktoren, die das Wachstum begrenzen.
Das können fehlende Ressourcen, Budgetgrenzen, eine unklare Positionierung, fehlendes Wissen oder ineffiziente Prozesse sein.
Wer diese Engpässe ehrlich identifiziert, kann gezielt daran arbeiten und schneller vorankommen.
👉 Das Learning: Wachstum beginnt oft dort, wo man die eigenen größten Hindernisse erkennt.
10. Trau dich, Dinge loszulassen
Nicht alles, was viel Zeit oder Energie gekostet hat, sollte dauerhaft bestehen bleiben.
Magdalena empfiehlt deshalb regelmäßig zu hinterfragen, welche Produkte, Prozesse oder Marketingmaßnahmen heute keinen echten Mehrwert mehr liefern.
Bei JUNE MINDS gibt es dafür sogar ein monatliches "Stop-Doing-Meeting". Das Ziel: Ganz bewusst entscheiden, womit künftig aufgehört wird, um wieder Kapazitäten für die wirklich wichtigen Themen zu schaffen.
👉 Das wichtigste Learning: Nachhaltiges Wachstum entsteht nicht nur durch neue Ideen – sondern oft dadurch, konsequent Platz für die richtigen Dinge zu schaffen.
Magdalena Muttenthaler zeigte im Workshop eindrucksvoll, dass Wachstum und Skalierung keine Frage von Zufall oder Glück sind. Erfolgreiche Unternehmen entstehen, wenn Gründerinnen ihre Zahlen kennen, klare Prioritäten setzen, Prozesse aufbauen und sich konsequent auf die Maßnahmen konzentrieren, die ihr Business wirklich voranbringen. Wer lernt, bewusst zu fokussieren und auch Dinge loszulassen, schafft die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und langfristigen Unternehmenserfolg.
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